Großes Banner wirbt für die Rekonstruktion des Langen Franz

Oberbürgermeister Peter Feldmann und Christoph Mäckler haben am 3. Juni 2019 an der sogenannten „Seufzerbrücke“ des Rathauses ein großes Banner angebracht, das die Frankfurter Bürger auf das fehlende Dach des Langen Franz hinweisen soll und um Spenden und Unterstützung bittet.

Seit vergangenem Jahr sammelt der Neue Brückenbauverein Frankfurt Spenden, um das Dach des Rathausturmes zu rekonstruieren und dem „Langen Franz“ seine markante Spitze zurückzugeben. Ziel der Spendenkampagne ist es, insgesamt eine Million Euro zu sammeln. Was dann noch fehlt, soll mit Hilfe der Stadt aufgebracht werden. Insgesamt wird die Rekonstruktion wohl 2,5 Millionen Euro kosten.

„Der Neue Brückenbauverein Frankfurt hat sich als Zusammenschluss zahlreicher engagierter Frankfurter Bürger ein neues Ziel gesetzt: Wir wollen der Stadt ein sichtbares Stück Skyline in unmittelbarer Nähe zur Paulskirche zurückgeben – die Turmspitze des Rathauses, den ‚Langen Franz‘!“, sagte Mäckler. „Nach der Rückkehr Karls des Großen und des Briggegickels auf der Alte Brücke wollen wir gemeinsam mit der Stadt und ihren Bürgern den historischen Rathausturm wiederaufbauen. Hut ab für alle, die mithelfen, Frankfurt ein Stück seiner vergessenen Geschichte zurückzugeben.“

Schulwettbewerb

Ein neuer Hut für den „Langen Franz“

Auch die Schulen Frankfurts können mit dazu beitragen, dem historischen Rathausturm wieder sein Dach bzw. seinen Hut zurückzugeben. In Kooperation mit der Fachberatung Kultur im Staatlichen Schulamt Frankfurt ruft der Neue Brückenbauverein die Frankfurter Schulen auf, sich an dem Schulwettbewerb “Ein neuer Hut für den Langen Franz” zu beteiligen.

Ziel des Wettbewerbs ist es, den “Langen Franz” wieder in seiner öffentlichen Wahrnehmung zu stärken und die kindliche Begeisterung für die Geschichte der Stadt zu wecken.

Die Aufgabe an die Schüler ist es, eine kreative Arbeit über den “Langen Franz” zu entwerfen und zu realisieren. Eine unabhängige Jury aus Frankfurter Persönlichkeiten wird die Arbeiten bewerten und prämieren. Als Abschluss des Wettbewerbs veranstaltet die Stadt Frankfurt und der Neue Brückenbauverein im Januar 2020 eine feierliche Preisverleihung im Römer, bei der Oberbürgermeister Peter Feldmann die besten Arbeiten auszeichnen wird.

Hut ab für alle Frankfurter Schüler und Lehrer, die bei dem Wettbewerb mitmachen!

Weitere Informationen zu dem Wettbewerb, dem Workshop Termin und der Anmeldung (Anmeldeschluss 30. November 2019) finden Sie hier: Download PDF

DER HUT FÜR DEN LANGEN FRANZ

Unter dem Motto „Der Hut gehört nach oben“ stellt der Neue Brückenbauverein e.V. seine Spendenaktion für den Wiederaufbau der Turmspitze des Langen Franz vor. Passend dazu lässt man auch in den begleitenden Infomaterialien und der Webseite des Brückenbauvereins den Hut rumgehen — und zeigt, wie viel Frankfurterinnen und Frankfurter dieses einmalige Projekt bereits unterstützen.

Parallel zur offiziellen Eröffnung der neuen Frankfurter Altstadt stellt der Brückenbauverein seine Spendenaktion für ein weiteres geschichtsträchtiges Frankfurter Bauprojekt vor: die Rekonstruktion der historischen Turmspitze des Langen Franz. Der nördliche Rathausturm, Langer Franz genannt, war zu seiner Bauzeit das zweithöchste Gebäude Frankfurts und lange Zeit ein zentraler Orientierungspunkt der Stadt. Zudem war die Silhouette der imposanten Turmspitze schon zuvor jahrhundertelang Teil des Stadtbildes, denn der Turmhelm war der Spitze des alten Sachsenhäuser Brückenturms nachempfunden, der von 1345 bis 1765 auf der Südseite der Alten Brücke thronte. Dieser baugeschichtlichen Bedeutung zum Trotz erhielt der im Krieg zerstörte Rathausturm danach nur ein Notdach. Eine Übergangslösung, die der Lange Franz mittlerweile länger (er-)trägt, als seinen großen, repräsentativen Originalaufbau.

Im Rahmen der Aktion „Der Hut gehört nach oben.“ erinnert der Brückenbauverein an die Geschichte des Langen Franz und des Frankfurter Rathauses — mit dem Ziel, Spenden für den Wiederaufbau der schmuckvollen Turmspitze zu sammeln. Wie viele Frankfurterinnen und Frankfurter mit diesem Projekt „etwas am Hut haben“ zeigt sich dabei deutlich. Auf dieser Webseite und anderen begleitenden Materialien demonstrieren zahlreiche bekannte und unbekannte Frankfurter Bürgerinnen und Bürger ihre Unterstützung: Frankfurt gibt dem Langen Franz seinen Hut zurück.

Falls auch Sie sich einreihen möchten, um den Wiederaufbau des Langen Franz zu unterstützen, klicken Sie bitte hier.

Karl der Große

Gemeinsam mit der Stadt Frankfurt am Main hat der Neue Brückenbauverein e.V. die Wiederaufstellung des Standbilds Karls des Großen auf der Alten Brücke realisiert. Neben dem Brückenkreuz war das Standbild die wohl bedeutendste Ergänzung des Brückenensembles im 19. Jahrhundert.

Mit ihm besann man sich nach Identität und Verortung suchend auf den eigentlichen Ursprung der am Main gelegenen Stadt. Da das ursprüngliche Standbild fest in die Dauerausstellung des neuen Historischen Museums eingebunden werden soll, wurde für die Alte Brücke eine originalgetreue Sandsteinfigur gefertigt, deren Kosten der Brückenbauverein mit Hilfe der führenden Frankfurter Geldinstitute und Spendern trägt.

Am  1. Oktober 2016  um 11 Uhr kehrt das Denkmal Karls des Großen auf die Alte Brücke zurück. Gemäß der historischen Situation wurde die Statue stromaufwärts auf der Alten Brücke in der Nische – in der zwischen 1967 und 2013 das Brückenkreuz stand – mit Blickrichtung nach Westen und damit in Richtung des historischen Kerns der Stadt aufgestellt. Damit wurde Frankfurt ein sichtbares Stück ihrer vergessenen Geschichte zurückgegeben und die Alte Brücke als Geburtsort der Stadt im Stadtbild wieder lebendig gemacht.

Schulwettbewerb

In Kooperation mit dem städtischen Schulamt hatte der Neue Brückenbauverein e.V. Frankfurter Schulen dazu aufgerufen, sich im Rahmen eines Wettbewerbs intensiv mit der Geschichte der Alten Brücke in Frankfurt auseinanderzusetzen.

Ziel des Wettbewerbs war es, die Alte Brücke als Keimzelle Frankfurts wieder in der öffentlichen Wahrnehmung zu stärken und zu verankern, aber auch die kindliche Begeisterung für die Geschichte der Stadt zu wecken.
Im letzten Jahr haben sich viele Kinder und Jugendliche im Alter von 3-15 Jahren zur Teilnahme am Wettbewerb motivieren lassen. Zunächst haben sie mit unserem Vorstandsmitglied und Stadthistoriker Björn Wissenbach die Alte Brücke kennengelernt und die alten Fischergewölbe besucht. Dies hat die jungen Künstler zu insgesamt mehr als hundert kreativen arbeiten inspiriert. So sind im Unterricht Lieder, Gedichte, Texte, Zeichnungen, Aquarelle, Collagen, aber auch Brückenmodelle und sogar eine Pappmachéfigur von Karl dem Großen entstanden. Eine unabhängige Jury aus Frankfurter Persönlichkeiten hat die Arbeiten gesichtet, bewertet und prämiert. Die Preisverleihung fand im feierlichen Rahmen im Tower 185 statt.

Brückenkreuz

Die Alte Brücke, in ihrer Geschichte als wichtiges Wegekreuz richtungsweisend für die Entwicklung der Stadt Frankfurt, bündelte die Pilgerströme nach Santiago de Compostela, ermöglichte den Kurfürsten sich zur Wahl der Könige und Kaiser zu versammeln und schuf die Voraussetzungen für das Messe- und Bankenwesen. Noch heute gibt die Alte Brücke der Stadt ihr unverwechselbares Gepräge. 2015 wurde die Alte Brücke saniert, die Funktionalität erneuert und das historische Erscheinungsbild wiederbelebt. In diesem Zusammenhang hat der Neue Brückenbauverein e.V. der Stadt Frankfurt angeboten, die Kosten für die Sanierung des Brückenkreuzes zu tragen, denn das Wahrzeichen, im Volksmund auch als Brickegickel bekannt, zählt bereits seit dem frühen 15. Jahrhundert zu den besonderen Wahrzeichen der Brücke. Die Alte Brücke und der Brickegickel sind untrennbar mit der Geschichte der Stadt Frankfurt verbunden. 2017 wird auch das Brückenkreuz auf die Alte Brücke zurückkehren.

Karl der Große – Roter Mainsandstein / Röttbacher Sandstein

Der Rote Mainsandstein, dessen Lagerstätten sich vom Spessart im Norden bis zum Odenwald im Westen erstrecken, hat in Frankfurt wesentlich zu einem unverwechselbaren Stadtbild beigetragen. Der Stein für das Standbild Karls des Großen wurde in einem Steinbuch in der Nähe von Röttbach im Main-Spessart Kreis gewonnen, der sich durch seine besonders feinkörnige, gleichmäßig rot eingefärbten Lage auszeichnet und sich hervorragend für die bildhauerische Bearbeitung eignet.

Karl der Große – Scan und Fräsung

Bereits im Juni 2015 erstellte die Firma „Form4 Plus“ im Auftrag des Bamberger Natursteinwerks Hermann Graser mit einem Laserscanner im sogenannten Punktierungsverfahren ein exaktes dreidimensionales Abbild der Originalstatue. Auf der Grundlage dieser mit dem 3D-Scanner gewonnen Daten wurde in Bamberg zunächst mit einer CNC-Fräsmaschine eine Grobform aus einem fünf Tonnen schweren Rohblock aus Main-Sandstein herausgefräst.

Karl der Große – Bildhauerische Bearbeitung

Der Bildhauer Andreas Artur Hoferick ist in seinem Atelier in Berlin seit etwa einem halben Jahr mit der Feinarbeit beschäftigt, um die handwerkliche Qualität des Denkmals zu gewährleisten. Der Kopf Karls des Großen wird dabei nach historischen Fotos der Jahrhundertwende gearbeitet, da die Rekonstruktion von 1986 in wesentlichen Punkten vom Original abweicht. Vorausgegangen sind dafür eine eingehende Recherche in den Archiven des Instituts für Stadtgeschichte und dem Historischen Museum der Stadt Frankfurt, sowie eine sorgfältige Studie an einem Gipsmodell.
Andreas Artur Hoferick, der grundsätzlich in historischen Techniken arbeitet, ist es gelungen ein Stück fühlbare Geschichte zu schaffen und dem Standbild Leben einzuhauchen.

Karl der Große – Krone

Vorbild der Krone ist die Reichskrone der Könige und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches aus der Weltlichen Schatzkammer der Hofburg in Wien. Die Reichskrone war, neben dem Reichskreuz, dem Reichsschwert und der Heiligen Lanz, der wichtigste Teil der Reichskleinodien und findet sich in vielen Darstellungen Karls des Großen wieder.

Quelle: © Institut für Stadtgeschichte Frankfurt Main